Info: De Rerum Natura

Posted by Friedemann Katt

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DE RERUM NATURA
“ Ein Oratorium ohne Worte „

Sinfonische Dichtung für großes Orchester in 6 Teilen, den Ablauf des menschlichen Lebens sowie den Aufbau des Universums betrachtend ~ nach Lukrez.

Hermann Freund gewidmet

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Fast wäre das unglaubliche Buch von Lukrez „De Rerum Natura – über die Natur der Dinge“ (60 v. Chr.) für immer verloren gewesen, wenn nicht der italienische Humanist Poggio Bracciolini auf der Suche nach antiken Texten das Manuskript im Jahre1417 in einem deutschen Kloster entdeckt hätte: ein unendlich poetischer Gesang aus der römischen Hochkultur, der in wunderbaren Worten vom Aufbau des Universums erzählt, von der Natur und wie die Menschen ein glückliches Leben führen können – ohne Angst vor dem Tod und den Göttern – mit Achtsamkeit, Ausgeglichenheit, Sinn und Freude am Leben (Carpe diem) und all das, was man heutzutage unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ zusammenfasst.

Die faszinierendste Bedeutung jedoch bekommt der Text durch seine Atomlehre, die alle unsere quantenphysikalischen Erkenntnisse vorausgeahnt und die Erkenntnis – die bereits die Evolutionslehre vorweg nimmt: Das Universum wurde nicht um der Menschen Willen geschaffen! Kein Wunder, dass die christliche Philosophie an diesem epikuräischen Text ein äußerst geringes Interesse hatte. Jedoch hat dieses Buch das Denken der Menschen zu Beginn des 15. Jahrhunderts radikal verändert und so die Welt in die Moderne geführt.

Die Musik Franz Xaver Frenzels entfaltet sich gleich einem riesigen barocken Decken-gemälde. Ein Ablauf des menschlichen Lebens als Spiegelbild für die Entstehung und den Aufbau des Universums, musikalisch umgesetzt in Szenen wie: „Frühstück mit Aphrodite“, „Carpe Diem“, „Das große OM“, „Der Tanz der schwarzen Schwäne“ (Sinnbild für unvorhergesehene Ereignisse), „Die Jungfrauen des Monsieur Allah“ oder „Die große Prozession“ (der Mächtigen, Religionen, Nationen und Ideologien die auftauchen und im Abgrund wiederum verschwinden) und am Ende „Das Tor des Lichts“. Dazwischen spricht immer wieder der Dichter. So entsteht eine musikalische Form, die man am ehesten als ein „Oratorium ohne Worte“ bezeichen könnte. Philosophische Gedanken in Musik umzusetzen, dürfte Frenzel immer gereizt haben. Es ist wohl sein Opus Magnum.

Der Landshuter Bürger Hermann Freund, „Privatier und Filosoph“ – wie er sich oft selbst gerne nannte, war nicht nur Kunst- und Musikliebhaber, sondern auch mit bayrischem Humor ausgestattet. In seinen letzten Jahren beschäftigte er sich viel mit dem Sinn des Lebens und ob es diesen auch überhaupt gäbe. So hatte er die Idee, ein musikalisches Werk über „die Vergeblichkeit des Seins“ in Auftrag zu geben. Seine naturphilosophischen Gedanken und seine Betrachtung des menschlichen Lebenslaufes mit der epikuräischen Philosophie in Zusammenhang zu bringen, war eine spannende Sache, besonders nachdem er – durch viele Gespräche erhärtet – Atheist war und „mit den Göttern nichts am Hut hat“.

Der Dirigent Johannes Wildner ist heute einer der führenden österreichischen Dirigenten seiner Generation. Seine Zeit als Mitglied der Wiener Philharmoniker und des Orchesters der Wiener Staatsoper prägte seinen Dirigierstil und sein Musizieren nachhaltig. Seit 2014 ist er Intendant des Opernfestivals Oper Burg Gars und Universitätsprofessor für Dirigieren an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Seine musikwissenschaftlich philosophischen Kunstbetrachtungen sind bereits legendär.

Die Festival Sinfonietta Linz setzt sich aus Mitgliedern des Bruckner Orchester Linz sowie aus namhaften Solist/innen und Kammermusiker/innen zusammen. Es steht unter der bewährten musikalischen Leitung von Konzertmeister Lui Chan. Er und sein Ensemble garantieren eine Aufführung in höchster Qualität.